Eine Frau spielt mit einem Kind an einem Tisch ein Lernspiel mit Karten.
bei einer seltenen Nierenerkrankung wie C3G oder primärer IC MPGN

Den Diagnoseweg meistern

bei einer seltenen Nierenerkrankung wie C3G oder primärer IC MPGN

Eine Diagnose einer seltenen Nierenerkrankung – etwa der C3‑Glomerulopathie (C3G) oder der primären (idiopathischen) immunkomplexvermittelten membranoproliferativen Glomerulonephritis (IC‑MPGN) – wirft oft viele Fragen und Unsicherheiten auf.1 Vor, während und nach der Diagnose begegnen Ihnen möglicherweise unbekannte Fachbegriffe und offene Fragen.2 Sie sind jedoch nicht allein – Hilfe, Informationen und Unterstützung stehen Ihnen auf jedem Schritt zur Verfügung.

Frühe Anzeichen und Diagnose

Schätzungsweise 1 bis 3 neue Fälle von C3G werden weltweit jährlich pro eine Million Menschen diagnostiziert; zur primären IC‑MPGN liegen derzeit nicht genug Daten vor, um die weltweite Inzidenz sicher zu bestimmen.3 Beide Erkrankungen sind schwer zu diagnostizieren.4 Frühe Anzeichen einer Nierenerkrankung können Müdigkeit, Schwellungen an Beinen oder Füßen, Bluthochdruck sowie Veränderungen in Urinmenge und -zusammensetzung sein.5

Standarduntersuchungen wie Urin- und Blutanalysen können auf Nierenprobleme hinweisen, reichen für eine eindeutige Diagnose jedoch nicht aus. Eine Nierenbiopsie ist die einzige verlässliche Methode, um C3G oder primäre IC‑MPGN sicher zu diagnostizieren.6 Diese Klarheit stellt sicher, dass Ihr Behandlungsteam den passenden Versorgungsplan für Sie oder Ihre Angehörigen maßschneidern kann.

Erfahrungen von Betroffenen

Yanick aus Kanada hat eine Tochter, bei der 2023 eine Form der C3G diagnostiziert wurde. Über den Diagnoseprozess sagt er:
„Es war ein langwieriger Prozess, mit Terminen in verschiedenen Abteilungen – von der Nephrologie bis zur Rheumatologie. Außerdem musste bei ihr eine Biopsie durchgeführt und ausgewertet werden. Insgesamt dauerte es etwa 16 Monate, bis wir eine vollständige, gesicherte Diagnose hatten.“

Enrique aus Kolumbien ist der Vater eines Jungen mit derselben Nierenerkrankung. Obwohl die Familie zum Zeitpunkt der Diagnose Angst erlebte, fand sie Kraft durch die Unterstützung von Freundinnen, Freunden, Familie und Patientengruppen. Enrique erklärt:
„Zu Beginn [nach der Diagnose] war ich am Boden zerstört, bis mir klar wurde, dass eine frühe Diagnose und Eltern, die bereit sind, alles Nötige zu tun, das Richtige für meinen Sohn waren. Mit der Angst vor dem Unbekannten und der Einsamkeit umzugehen, ist die größte Herausforderung.“

Als Rat für andere in einer ähnlichen Situation ergänzt Enrique:
„Mein Rat wäre, die passende Nephrologin/den passenden Nephrologen zu wählen, Selbsthilfegruppen zu suchen und zu verstehen, wie Alltagssituationen die Nieren beeinflussen. Ich führe eine Tabelle (z. B. in Excel), in der ich alles festhalte und die Laborwerte mit seinem Alltag in Beziehung setze.“

Proteinurie

Überschüssiges Eiweiß im Urin, häufig schaumiger Urin.

Schwellungen (Ödeme)

Flüssigkeitseinlagerungen, insbesondere an Beinen, Knöcheln, Händen und um die Augen.

Bluthochdruck (Hypertonie)

Ein häufiges Symptom, das die Nierenschädigung mit der Zeit verschlimmern kann.

Hämaturie (Blut im Urin)

Der Urin kann rosa, rot oder braun erscheinen; mikroskopisches Blut kann in Tests nachgewiesen werden.

Müdigkeit und Schwäche

Verursacht durch die Ansammlung von Abfallstoffen im Blut, manchmal verstärkt durch eine Anämie.

Verminderte Nierenfunktion

Oft über Bluttests erkennbar, z. B. erhöhte Kreatininwerte; kann in schweren Fällen bis zum Nierenversagen fortschreiten.

Den Alltag mit der Erkrankung managen

Viele seltene Nierenerkrankungen, darunter C3G und primäre IC‑MPGN, sind behandelbar und gut zu managen.5 Auch wenn der Diagnoseprozess mehrere Schritte umfasst, ist er oft der entscheidende Ausgangspunkt, um die Erkrankung zu steuern und einen Ansatz zu finden, der zu Ihnen oder der Person, die Sie betreuen, passt.

Ein frühzeitiger Versorgungsplan kann Lebensstiländerungen beinhalten – etwa regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Eine offene und ehrliche Kommunikation mit Ihrem Behandlungsteam hilft dabei, den geeignetsten Behandlungsansatz sicherzustellen. Das kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und die Notwendigkeit einer Dialyse oder einer Transplantation möglicherweise hinauszögern oder verhindern.7

Über die Zukunft seines Sohnes sagt Enrique:

„Unsere Hoffnung ist, dass er niemals eine Dialyse oder eine Nierentransplantation benötigen wird und eine Familie gründen, Kinder großziehen, den Beruf ausüben kann, den er möchte, und ein erfülltes Leben voller Herausforderungen und neuer Erfahrungen führen kann.“

Hinweis: Diese Informationen ersetzen nicht die individuelle medizinische Beratung. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Ihr Behandlungsteam.

1 Orphanet (2024). C3 glomerulopathy. Available at: https://www.orpha.net/en/disease/detail/329918 
2 Teasdale, E. J., Leydon, G. M., Fraser, S. K., Roderick, P. J., Taal, M. W., & Tonkin‑Crine, S. (2017). Patients’ experiences after CKD diagnosis: A meta‑ethnographic study and systematic review. American Journal of Kidney Diseases, 70(5), 656–669. https://doi.org/10.1053/j.ajkd.2017.05.019
3 Bomback, A. S., Charu, V., & Fakhouri, F. (2024). Challenges in the diagnosis and management of immune complex-mediated membranoproliferative glomerulonephritis and complement 3 glomerulopathy. Kidney International Reports, 10(1), 17–28. https://doi.org/10.1016/j.ekir.2024.09.017
4 Kidney Care UK – Rare Conditions (2023). Available at: https://kidneycareuk.org/rare-kidney-conditions/rare-conditions/
5 American Kidney Fund - Signs and symptoms of kidney disease (2025). Available at: https://www.kidneyfund.org/all-about-kidneys/signs-and-symptoms-kidney-disease
6 Hogan J.J., Mocanu M., Berns J.S. (2016). The Native Kidney Biopsy: Update and Evidence for Best Practice. Clin J Am Soc Nephrol.;11(2):354-362. doi:10.2215/CJN.07480715.
7 ERKNet - C3G and IC-MPGN (2025). Available at: www.erknet.org/patients/your[1]kidney-disease/c3g-ic-mpgn/disease-info 
8 Kidney Research UK - Rare and hereditary kidney diseases (2025). Available at: https://www.kidneyresearchuk.org/conditions-symptoms/rare-and-hereditary-kidney-diseases